Viele Länder reagieren mit Fahrverboten und Umweltzonen auf den immer dichter werdenden Verkehr und auf die Probleme, die durch die Abgase des Straßenverkehrs entstehen. Mit diesen Maßnahmen soll die Bevölkerung in dicht besiedelten Gebieten geschützt werden und die Innenstädte für Fußgänger und Fahrradfahrer attraktiver werden. Dieser Artikel stellt die unterschiedlichen Modelle in einigen europäischen Ländern vor.

Die Niederlande

In diversen niederländischen Städten, darunter Delft, Den Haag, Eindhoven und Maastricht, existieren in den Innenstädten Milieuzone genannte Umweltzonen. In diesen ist der Lastwagenverkehr rund um die Uhr eingeschränkt. LKWs erhalten nur dann Zutritt, wenn sie eine Lieferung innerhalb der Milieuzone ausführen müssen.

In die Innenstadt von Amsterdam dürfen Wohnwagen der Kategorie N1 nur dann fahren, wenn sie nach dem Jahr 1999 zugelassen wurden. Eine ähnliche Regel gilt auch für die Mofas. Die müssen über eine Erstzulassung verfügen, die nach dem Jahr 2010 erfolgte. In Arnheim dürfen Fahrzeuge mit Dieselmotor, die vor 2005 zugelassen wurden, nicht ins Stadtgebiet. In Rotterdam und Utrecht gilt ein generelles Fahrverbot für alle Dieselfahrzeuge der Emissionsklassen Euro 0, Euro 1 und Euro 2, in Rotterdam zusätzlich eines für Fahrzeuge mit Benzinmotoren der Klasse Euro 0.

Norwegen

In Bergen und Oslo existieren in den Innenstädten Umweltzonen. Die Fahrverbote sind hier nicht generell, sondern richten sich nach der Luftverschmutzung. Dazu werden verschiedene Umweltgifte mit Methoden, die denjenigen von Radonmessung.de gleichen, gemessen. Werden die Grenzwerte überschritten, dann werden spezifische Maßnahmen ergriffen. Diese können zum Beispiel ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit geraden oder ungeraden Kennzeichen, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge oder Mauterhöhungen sein.

Diverse Städte, darunter Bærum, Bodø, Førde und Nord-Jæren, erheben eine tageszeitabhängige Maut. Mit dieser soll eine Entlastung während den Stoßzeiten erreicht werden.

Schweden

Die beiden größten Städte Schwedens, Göteborg und Stockholm, setzen auf ein Mautsystem, um die Innenstadt zu entlasten. Dies wird aber nur für Fahrten an Wochentagen zwischen 6 Uhr beziehungsweise 6 Uhr 30 morgen und 6 Uhr 30 abends fällig. Nachts und am Wochenende fällt keine Maut an.

Andere Städte, darunter Helsingborg, Lund, Malmö, Mölndal, Umeå und Uppsala, haben im Stadtgebiet Miljözon genannte Umweltzonen eingerichtet. In dieses haben dieselbetriebene Busse und Lastkraftwagen keine Zufahrt.

Dänemark

Dänemark setzt auf ein System mit sogenannten Umweltmarken. In den Innenstädten von Aalborg, Aarhus, Odense und Kopenhagen prangen Fahrverbote mit der Anmerkung Miljøzonemærke undtaget, zu Deutsch „Umweltmarken ausgenommen“. Wer über keine solche Umweltmarke verfügt, der hat in den Innenstädten Fahrverbot. Generell sind dies Lastwagen über 3,5 Tonnen und Busse mit Dieselmotoren.

Tschechien

In der Tschechischen Republik existiert nur eine einzige Umweltzone, und diese ist in der Innenstadt von Prag. Hier gilt dann auch nur für Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen eine Zufahrtsbeschränkung, der restliche Verkehr ist von dieser Maßnahme nicht betroffen. Auch Wohnmobile, selbst wenn sie mehr als 3,5 Tonnen wiegen, müssen sich nicht an dieses Fahrverbot halten.