Die Bundesregierung in Berlin bleibt weiterhin bei ihrem Konzept. Und das sieht ganz klar keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vor. Das Bundesverkehrsministerium mit Andreas Scheuer an der Spitze hat andere Prioritäten.

Software-Updates

Mit Software-Updates bei Dieselfahrzeugen wurde jetzt flächendeckend begonnen. Die deutsche Automobilindustrie hat sich verpflichtet, bis Ende des Jahres die Software bei fünf Millionen Fahrzeugen auf eigene Kosten zu aktualisieren. Das ist die Lösung, die die Hersteller propagieren, um mit verbesserter Software die Funktionsweise des Motors zu verbessern. Durch eine bessere elektronische Steuerung könnten die Stickoxidemissionen um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Das betrifft allerdings nur neuere Modelle der Euro-5- und Euro-6-Klassen. Hardware-Nachrüstungen hält man aus technischen und wirtschaftlichen Gründen für wenig sinnvoll.

Ältere Modelle

Der Bundesverkehrsminister kündigte an, dass man sich auch für die älteren Modelle, die nicht mit Software-Updates nachgerüstet werden können, um technische Lösungen bemühe, um die Abgasemissionen zu reduzieren und die Fahrzeuge somit sauberer zu machen. Details zu diesen Plänen sind bisher aber noch nicht bekannt. Man denkt aber auch über finanzielle Anreize nach, die Besitzer von älteren Modellen dazu bewegen, auf neue, saubere Modelle umzusteigen.

Keine Umbauten am Fahrzeug

In der Öffentlichkeit werden auch Umbauten am Motor und an der Abgasanlage der betroffenen Fahrzeuge diskutiert. Der Minister geht hier aber mit der Autoindustrie konform, dass dies für ältere Modelle keine Lösung sei. Ab der Euro-5-Norm könnten solche Lösungen ins Auge gefasst werden. Andreas Scheuer sieht den Schwerpunkt auf intelligenten Lösungen zum Umstieg auf neue Fahrzeugmodelle. Hohe Investitionen in alte Autos hält er für wenig sinnvoll.

Umweltministerium vs. Verkehrsministerium

In vielen deutschen Städten drohen Fahrverbote für Diesel-Autos wegen der Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte in der Luft. Umweltministerium und Verkehrsministerium arbeiten noch an einem gemeinsamen Konzept, bisher gibt es unterschiedliche Auffassungen.